Montag, 13. Mai 2013

Michael Oehme: „Ruby"-Prozess neigt sich dem Ende


Mit dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft erreichte der „Ruby"-Prozess gegen Silvio Berlusconi am Montag die Endphase. Am vergangenen Mittwoch war Berlusconi wegen Steuerbetrugs zweitinstanzlich zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Staatsanwältin Ilda Boccassini erhob schwere Vorwürfe gegen den früheren italienischen Premier, welchen zudem Amtsmissbrauch und Sex mit einer minderjährigen Marokkanerin im Jahr 2010 vorgeworfen wird. Es handelt sich um die damals 17 Jahre alte Karima El Marough, alias Ruby. Die Mailänder Staatsanwälte gehen davon aus, dass Berlusconi mit ihr bezahlten Sex gehabt hat. Beide bestreiten das vehement. Zudem wirft die Staatsanwaltschaft dem Politiker Amtsmissbrauch vor, weil er Ruby im Frühjahr 2010 mit einem Anruf in Mailand vor Schwierigkeiten mit der Justiz bewahren wollte, nachdem die junge Frau wegen Diebstahls angezeigt worden war. Berlusconi gab an, er habe sie für eine Verwandte des damaligen ägyptischen Staatspräsidenten Hosni Mubarak gehalten und diplomatische internationale Verwicklungen vermeiden wollen.

Staatsanwältin Boccassini sagte am Montag, in Berlusconis Villa in Arcore sei ein „Prostitutionssystem zur Befriedigung des Ex-Premiers" aufgebaut worden. „Es bestehen keine Zweifel, dass Ruby eine Prostituierte war", betonte die Staatsanwältin. Die Staatsanwältin beschrieb Ruby in ihrem Plädoyer als „intelligentes und schlaues Mädchen", das wie viele Jugendliche in das Showbusiness einsteigen wollte, um über kurze Wege zu Geld zu gelangen. 

By VL/ Michael Oehme

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