Donnerstag, 12. Juli 2018

Alternativen zu den Big-7-Städten finden

„Bei ihren Untersuchungen zeigte es sich, dass die Metropolstädte, die Big-7-Städte deutlich überbewertet sind, was immer ein Indikator für Preisblasen sein kann“, erklärt Michael Oehme. Trotzdem sei aktuell keine Preisblase zu erkennen, da der Immobilienmarkt gemessen an wichtigen Kennzahlen weiter unterhalb des langfristigen Durchschnitts bewertet sei. Hüerfür spreche auch die weiterhin zurückhaltende Kreditvergabepraxis. „Käufe auf Pump, finden also nur in überschaubarem Umfang statt, was ebenfalls gegen eine Immobilienblase spricht“, so Oehme weiter. Vielmehr seien Immobilien aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes eine sinnvolle Alternative, das besonders institutionelle Anleger auf der Suche nach einer auskömmlichen Rendite zugreifen lasse. „Viele Metropolstädte haben also sicher übertrieben hohe Preise, die kleineren und mittleren Städte jedoch nicht, was eher für eine organisch gewachsene Nachfrage spricht“, so Oehme abschließend.

Dienstag, 10. Juli 2018

Michael Oehme über den Orbán-Besuch bei Merkel

Vergangene Woche besuchte der ungarische Premier Viktor Orbán Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Ihre Flüchtlingspolitik könnte unterschiedlicher nicht sein – warum Merkel Orbán trotzdem braucht

Bisher kann man sagen: In Sachen Flüchtlingspolitik trennen Merkel und Orbán Welten. Während Merkel in 2015 einen „Wir schaffen das“-Kurs fährt und Flüchtlinge willkommen heißt, macht Orbán in Ungarn die Grenzen dicht. Viktor Orbán ist wohl auch der europäische Regierungschef, der Merkel am drastischsten widersprochen hat. In der vergangenen Woche trafen die beiden Regierungschefs im Kanzleramt in Berlin zusammen. „Orbán hatte Merkel immer wieder öffentlich für ihre Politik kritisiert. Hingegen hat er zu Horst Seehofer und anderen Spitzenleuten der CSU ein wunderbares Verhältnis. Der christlich-konservative Kurs wird geteilt“, erklärt Michael Oehme. Das Treffen zwischen Merkel und Orbán war Medienberichten zufolge sehr unterkühlt, der Dissens könnte kaum größer sein. „Nichtsdestotrotz sind die beiden in gewisser Weise aufeinander angewiesen“, erklärt Oehme weiter. „Orbán geriet zu einem der zentralen Politiker während der Flüchtlingsströme 2015, als er die EU-Außengrenze nach Serbien in einer regelrechten Nacht und Neben Aktion dichtmachte und einen Zaun bauen ließ. Dies hatte bei vielen anderen EU-Mitgliedstaaten Schockieren ausgelöst. Doch hinsichtlich Merkels Asylkompromiss, den sie mit Seehofer geschlossen hat, könnte sie Orbáns Mithilfe mehr denn je benötigen“, so Oehme weiter. „Das liegt einerseits daran, dass offiziell EU-Außengrenzen besser geschützt werden müssen und zum anderen daran, dass es weniger Flüchtlinge nach Europa schaffen sollen. Das mag unmenschlich und ethisch nicht in Ordnung klingen, wird aber rational gesehen von Ungarn fast erschreckend vorbildlich eingehalten“, sagt Michael Oehme. „Nichtsdestotrotz soll und muss Ungarn natürlich auch Flüchtlinge zurücknehmen, die dort registriert wurden und kann sich dieser Verantwortung nicht entziehen.“ Die Problematik dabei besteht darin, dass Flüchtlinge im ersten EU-Eintrittsland registriert werden müssen. Dieses ist in den meisten Fällen natürlich nicht Ungarn, sondern Griechenland.

Unterdessen sollte man Viktor Orbáns politische Rolle in der EU nicht unterschätzen. „Im Ungarn ist Orbán quasi unangefochten, außerdem ist er der inoffizielle Anführer der Visegrád-Staaten und gilt somit mit seinem politischen Kurs als Vorbild für beispielsweise Polen“, so Michael Oehme weiter. „Merkel versucht, Realpolitik mit moralischer Politik im Einklang zu praktizieren. Dies ist nicht immer möglich. Orbáns Kurs dient den Zwecken der Realpolitik ungemein“, so Michael Oehme abschließend.



Donnerstag, 5. Juli 2018

Seit 2010 haben sich die Wohnungspreise fast verdoppelt


„Wer eine Wohnung bauen oder erwerben möchte, muss statistisch immer tiefer in die Tasche greifen“, sagt Michael Oehme. So kletterten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Baupreise für Wohngebäude (ohne Fertighäuser) im Mai gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent - der stärkste Anstieg seit mehr als zehn Jahren. Mehr stiegen die Preise für Wohnimmobilien nur im November 2007. Damals waren es 5,8 Prozent. „Auch die Preise für Instandhaltungsarbeiten – ohne Schönheitsreparaturen – stiegen gegenüber dem Vorjahr um satte 3,8 Prozent“, so Oehme.

Dienstag, 3. Juli 2018

Der Asylstreit in der Großen Koalition geht in die nächste Runde


Nachdem Innenminister Horst Seehofer sich gestern überraschend mit Bundeskanzlerin Angela Merkel geeinigt hatte, muss nun festgelegt werden, wie sich Transitzentren gestalten sollen und wie diese funktionieren sollen. Die CSU fordert, dass Migranten die geplanten Transitzentren nicht verlassen dürfen. Dabei geht es vor allem um die Zentren an der deutsch-österreichischen Grenze.  „Massenlager, wo Flüchtlinge wochenlang eingesperrt sind, wird es mit der SPD nicht geben“, betonten die Sozialdemokraten. SPD-Chefin Andrea Nahles sagte nach der Fraktionssitzung der Partei: „Es wird mit uns keine geschlossenen Lager geben“. Es dürfe keine nationalen Alleingänge in der Flüchtlingspolitik geben. „Wichtig ist auch, dass das Nachbarland Österreich eine deutsche Lösung unterstützt“, so Michael Oehme. Nun liegt es an Seehofer selbst, eine Einigung mit den Nachbarländern und Italien zu finden.