Mittwoch, 8. Mai 2013

Michael Oehme: Nach Befreiung - scharfe Kritik gegen Polizei von Cleveland


In Cleveland hat ein Mann drei Frauen entführt und zehn Jahre lang gefangen gehalten. Nun werden schwere Vorwürfe gegen die Polizei von Cleveland laut: Offenbar wurde sie mehrmals zu dem Haus des Verdächtigen gerufen – ohne Erfolg. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, wurde die Polizei bereits mehrmals von Nachbarn zu dem Haus des ehemaligen Schulbusfahrers Ariel Castro in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio gerufen: dem Bericht zufolge hat die Tochter einer Nachbarin eine nackte Frau auf Händen und Knien kriechend im Garten gesehen. Ein anderer habe gehört, wie in dem Haus, dessen Fenster mit Plastik verhängt waren, von innen an die Türe geschlagen wurde. Doch alle diese Zeichen wurden scheinbar ignoriert, verdrängt.

Beide Male sei die Polizei zwar gekommen, habe das Haus aber nie betreten, werden die Nachbarn zitiert. Schon 2004 stand die Polizei vor der Tür, als Ariel Castro beschuldigt wurde, ein Kind in einem Schulbus sitzen gelassen zu haben. Doch der Vorwurf wurde als Versehen zu den Akten gelegt.
Am Montag war der 27-jährigen Amanda Berry, die vor zehn Jahren entführt worden war, mit Hilfe eines Nachbarn die Flucht aus dem Haus ihres Peinigers gelungen. Die Polizei befreite dann auch die 32-jährige Michelle Knight und die etwa 23-jährige Gina DeJesus. Möglicherweise wurden den jungen Frauen sexuelle Gewalt angetan, Berry soll in der Gefangenschaft eine Tochter geboren haben, die heute sechs Jahre alt ist und ebenfalls befreit wurde. Castro und seine zwei Brüder, 50 bis 54 Jahre alt, wurden daraufhin verhaftet.

By VL/ Michael Oehme

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