Mittwoch, 14. Mai 2014

Michael Oehme: Sog. Key Investor Documents sollen Anlegerschutz stärken



Eigentlich blickt seitens der Anleger schon jetzt kaum jemand mehr durch. Und der Blätterwald soll künftig noch umfangreicher werden. So haben das Europäische Parlament, seine Mitgliedsstaaten und die entsprechenden Kommissionen die Einführung von Informationsblättern – sogenannte Key Investor Documents – als europaweit geltende Maßnahmen zur Verbesserung des Anlegerschutzes beschlossen. Sie gelten beispielsweise für Fonds, Zertifikate, aber auch für kapitalbildende Lebensversicherungen bzw. Fondspolicen. Auf drei Seiten sollen Funktionsweise und Kostenstruktur beschrieben werden. Die Hauptgliederungspunkte ständen dabei zwar schon fest, nicht aber die letztendlich Umsetzung. Man erwartet, dass dieser "Prozess" noch zwei Jahren benötigen wird. "Fachleute kritisieren, dass es keine einheitlichen Standards gebe. Beispielsweise wird die Riester-Rente nicht unter die neue Vorgabe fallen. Hier soll es einen separaten "Riester-Kid" geben", erklärt der Finanzmarktexperte Michael Oehme. Auch die Anbieter von Aktien und Anleihen fallen nicht darunter. Die Banken müssen hier separate Produktinformationsblätter vorhalten. Auch Genussscheine oder Alternative Investmentfonds fallen nicht unter die Regelung. "In der Realität kann bezweifelt werden, ob eine derartige Vorgehensweise wirklich zielführend ist und ob es nicht besser gewesen wäre, potentielle Investoren nicht gänzlich zu überfordern", meint Oehme. Seiner Meinung schließen sich viele Marktteilnehmer an und halten beispielsweise eine Risiko-Ampel mit den wichtigsten Kennzahlen für sinnvoller. 

Kommentare:

  1. hab selten so gelacht wie bei diesem Beitrag. Was sollen die armen Kunden denn noch alles auswendig lernen, bevor sie einen Abschluss tätigen können

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  2. der geschädigte anleger15. Mai 2014 um 21:33

    na ja, irgendwas muss doch passieren, wenn man sieht wie viel kohle abgezockt wird

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  3. Es gibt eine neue Analyse zum Thema offene Immobilienfonds und wie viel Anleger damit in den letzten Jahren verloren haben. Reguliert, mit allen Vorgaben einer umfangreichen Beratung. Was hast geholfen?

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