Freitag, 4. April 2014

Michael Oehme: Ein Dorf for free?



Das klingt nach einem verlockendem Schnäppchen: im Norden Spaniens werden derzeit rund 2900 Dörfer verkauft – und das beinahe zum Nulltarif 


In den nordspanischen Provinzen Galicien und Asturien werden ganze Dörfer verkauft, die von neuen Eigentümern wieder zum Leben erweckt werden sollen. Das spanische Dorf A Barca zum Beispiel besteht aus zwölf moosbewachsenen Steinhäusern. Es erstreckt sich auf 31.000 Quadratmetern oberhalb des Miño-Flusses. Eigentlich eine grüne Oase und ein unberührtes Stück Natur. Ein 13.000 Quadratmeter großes Anwesen bestehend aus fünf Steinhäusern mit Schieferdächern, umgeben von Kiefern und Eukalyptusbäumen wird hier für 62.000 Euro verkauft.

„In ganz Spanien gibt es rund 2900 verlassene Dörfer, wie das nationale Statistikinstituts mitteilt“, erklärt der Finanzexperte Michael Oehme. Nun geht es darum, zukunftsträchtige und nachhaltige Entwicklungskonzepte mitzubringen. Einige Bewerbungen seien schon bei den Behörden eingegangen, sagt der Bürgermeister der zuständigen Gemeinde Cortegada, Avelino Luis de Francisco Martínez. Er jedoch würde ein Tourismusprojekt bevorzugen, "das den Leuten und den örtlichen Firmen eine Perspektive bietet".

Mittlerweile steht das Dorf aus dem 15.Jahrhundert seit den 60er Jahren leer. Die meisten Dörfer wurden aufgegeben, weil ihre Bewohner in größere Städte abwanderten oder zu fruchtbareren Böden. Des Weiteren führt Spaniens langwierige Wirtschaftskrise mit einer Arbeitslosenrate von inzwischen über 26 Prozent immer mehr dazu, dass Eigentümer ihre alten Güter zum Verkauf anzubieten. Etliche Unternehmen nutzen dieses Phänomen und haben sich auf den Verkauf von verlassenen Dörfern spezialisiert. Allein im Osten Galiciens wurden kürzlich 400 aufgegebene Dörfer entdeckt. Doch die dazugehörigen Eigentümer zu finden ist nicht immer leicht – oft sind die Besitzurkunden verschwunden, die Eigentümer verstorben und manche Erben wissen noch nicht einmal von der Existenz der alten Häuser.

Zu den Kunden zählen Schriftsteller, Maler oder Geschäftsleute aus dem ländlichen Tourismus. „Vor allem Ausländer kaufen in den verlassenen Dörfern ein. Darunter sind viele Briten, Deutsche, Norweger, US-Bürger, Russen und Mexikaner“, so Michael Oehme.


Kommentare:

  1. Es ist schon verrückt, was es alles so gibt. Aber das gilt nicht nur für Spanien. Wenn man in manchen Gegenden Brandenburgs oder Meck-Pom den Bürgermeister fragt, dass man ein Haus sucht, das man sanieren und als Freizeitsitz nutzen würde, bekommt man auch so manches Angebot für kleines Geld.

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  2. War das nicht ein verspäteter Aprilscherz?

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  3. einen interessanten Beitrag zu diesem Thema, sind Immobilien als Sachwerte per se sicher, kann man unter http://www.everling.de/?p=5827 lesen. Sehr interessant!

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