Mittwoch, 31. Oktober 2012

Michael Oehme: Deutsche Schüler orientieren sich nach unten



Der Aufstieg in eine höhere Schulform, wie die gymnasiale Oberstufe, gelingt nur wenigen. Immer mehr Schüler müssen in eine niedrigere Schulform herabgestuft werden, weil die notwendigen Leistungen nicht erbracht werden.


Laut einer aktuellen Bildungsstudie der Bertelsmann Stiftung sind etwa 50.000 Schüler der Klassen fünf bis zehn sind im Schuljahr 2010/11 auf ein niedrigeres Niveau herabgestuft worden. Nur etwa 23.000 schafften es nach oben.
In Niedersachsen kommen auf einen Aufsteiger mehr als zehn Absteiger.
Bayern ist das einzige Bundesland, in dem es mehr Auf- als Absteiger gibt.

Die Aufstiegschancen in einem Schulsystem hängen nach Aussage der Bochumer Bildungsforscherin und Studienautorin Gabriele Bellenberg nicht so sehr von dessen Struktur ab.
Stattdessen zähle individuelle Förderung, wenn es darum gehe, Herabstufungen und Klassenwiederholungen zu vermeiden, sagte Jörg Dräger von der Bertelsmann Stiftung.
Problematisch sei, dass zu wenig geprüft werde, wann ein Schüler den Aufstieg schaffen kann.

Der Bildungserfolg ist nach einer anderen Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, welche im März veröffentlicht wurde, weiter stark von der sozialen Herkunft abhängig. Kinder armer Eltern oder Migranten haben demnach in allen Ländern deutlich geringere Chancen nach der Grundschule ein Gymnasium zu besuchen als Kinder von Akademikern.

Besorgniserregend sind die Zahlen derer, die keinen Schulabschluss besitzen:
noch immer verlassen bundesweit pro Jahr mehr als 60.000 junge Menschen ihre Schule ohne Hauptschulabschluss.

By VL/ Michael Oehme

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