Dienstag, 21. April 2015

Kommunikationsexperte Michael Oehme aus Friedberg über das magere Angebot im Beteiligungsgeschäft


Einst bestimmten sie die Entwicklung im deutschen Immobilienmarkt bei Großprojekten, sorgten für ausreichend Schiffs- und Containerkapazitäten für die Weltschifffahrt, schoben den Bereich Solar und Windkraft hierzulande an. Und jetzt? „Geschlossene Fonds und ihre Nachfolger die Alternativen Investmentfonds spielen kaum mehr eine Rolle im Beteiligungsgeschäft, der Markt ist seit 2014 nahezu zusammengebrochen“, meint Kommunikationsberater und Finanzfachmann Michael Oehme. Die Zahlen sprechen hier eine deutliche Sprache.

Gerade einmal 81 Millionen Euro Gesamtumsatz bei sogenannten Publikums-AIF brauchten die im BSI-Verband organisierten Fondsemittenten an Neuumsatz in 2014 zusammen. Es habe an Angebot aufgrund der neuen rechtlichen Vorgaben gefehlt. Hoffnung verbreitete das letzte Quartal des vergangenen Jahres mit immerhin dreizehn neuen Fonds und einem zu platzierenden Eigenkapitalvolumen von rund 500 Millionen Euro. „Doch die Realität sieht anders aus. Viele der Anbieter von Publikums-AIF bestätigen unter vorgehaltener Hand, dass der Umsatz abseits der Bankenwege nur schleppend läuft“, so Michael Oehme.

Was sind die Gründe? Die Mehrzahl der angebotenen Alternativen Investmentfonds haben eine vergleichsweise lange Laufzeit, da sie in bestehende Projekte investieren und die Rendite aus Miet-/Pachteinnahmen schöpfen. So sind sechs der sieben im ersten Quartal 2015 aufgelegten Publikums-AIF Immobilienfonds. „Viele Anleger wollen aber keine langlaufenden Beteiligungen mehr“, so Oehme. Ein weiteres Problem stellen die erhöhten Kosten der Publikums-AIF dar. Durch die seitens der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht geforderten erhöhten Anforderungen an das Management sowie das Controlling, ist der interne Kostensatz deutlich gestiegen. Derartige Kosten drücken auf die mögliche Rendite. Schließlich bewegen sich die Emittenten von Publikums-AIF zumindest im deutschen Immobilienmarkt in einem Segment, der ohnehin durch höhere Kosten und niedrigeren Renditen gekennzeichnet ist. „In der Folge können derartige Beteiligungen auch nur noch moderate Verzinsungen bieten, was sie letztendlich weniger attraktiv macht“, so Kommunikationsberater Michael Oehme.

Bleibt zu hoffen, dass sich über die nächsten Jahre wenigstens die erkennbar erhöhte Produktqualität auszeichnet, schätzt Oehme ein. Dann jedenfalls wäre den Verbrauchern durchaus gedient.

Kommentare:

  1. Leider hat die BaFin genau das provoziert, was sie sicher nicht wollte. Die Mehrheit des Marktes findet inzwischen nicht mehr 34f-geregelten Bereich statt, sondern daneben. Ob das im Sinne des Erfinders ist?

    AntwortenLöschen
  2. Ich sehe das Problem an einer ganz anderen Stelle. Als normaler Vermittler wirst du inzwischen in eine Ecke gedrängt, als ob du für alles verantwortlich bist. Auch für die Probleme, die die Banken verursacht haben. Das ist doch nicht ok!

    AntwortenLöschen
  3. Aber es ist schon arg viel Unsinn im Beteiligungsmarkt verkauft worden. Ist doch klar, dass der Gesetzgeber da einhackt.

    AntwortenLöschen
  4. Und inzwischen machen nur noch die institutionellen da das Geschäft. So schlecht kann der markt also nicht sein

    AntwortenLöschen
  5. Jetzt ist ja das Kleinanlegerschutzgesetz da. Ab dem kommenden Jahr sind dann alle Produkte durch die BaFin überwacht. Und wir als Vermittler müssen noch den 34f machen, wenn wir den nicht schon haben. Also noch mehr Ausgaben und noch mehr Formalismen. Wird langsam ganz schön anstrengend das Geschäft.

    AntwortenLöschen
  6. Hey Gero: Verkauf doch Immobilien. Das Geschäft läuft bei uns super.

    AntwortenLöschen
  7. Es hat nicht jeder die Kundenklientel für Immobilien. Wo es passt, verkaufen wir natürlich auch ETW's

    AntwortenLöschen